Wissenschaftsjournalist

Als freischaffender Wissenschaftsjournalist schreibe ich für higgs.ch, die NZZ am Sonntag, Tages-Anzeiger, Süddeutsche Zeitung, WIRED, natur, Vivai, ecolife, oliv, Horizonte. Zu meinen Hauptthemen gehören Ökologie, Artenvielfalt, Klima, Ernährung und Landwirtschaft. Wie dieses Beispiel zeigt, bin ich dabei nicht nur auf den Wissens-Seiten sichtbar, sondern schaffe es ab und zu auch auf die Front.


Reaktionen meiner Leser

«Ich schätze diesen Text sehr - Inhalt, Aufbau, Erzählstil: wunderbar! Mein Kompliment.»

zu Unordnung ist Leben

«Lieber Herr Bieri, Ihr Artikel in der heutigen NZZ am Sonntag (Fett) war toll! Super geschrieben. Freu mich schon auf das nächste Stück unterhaltsame Wissenschaft.»

zu Fett und nützlich

«Sehr interessanter und unterhaltsamer Beitrag. Danke!»

zu Wieviel Welt darf es sein?


Neuste Artikel

Experimente mit Knalleffekt

«Atlant&Arin» ist mein neuer Experimentierkanal. Mein Sohn (8 Jahre) und ich zeigen einmal pro Monat ein Experiment, das Kinder mit einfachen Utensilien aus dem Haushalt oder dem Detailhandel durchführen können. Wir bauen Raketen, reisen durch das Sonnensystem oder züchten Salzkrebschen.

 

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Die Filme werden vom Team von Beat Glogger produziert mit der Unterstützung von der Gebert Rüf Stiftung.

 

Die Invasion der Lebewesen

Invasive Arten sind eines der grössten Umweltprobleme. Angetrieben vom internationalen Handel reisen Tiere und Pflanzen um die ganze Erde und bringen die Natur durcheinander.

Die Asiatische Hornisse hat kürzlich die Schweizer Grenze überquert. Sie ist eine Gefahr für die Honigbiene.
Die Asiatische Hornisse hat kürzlich die Schweizer Grenze überquert. Sie ist eine Gefahr für die Honigbiene.

Sie reisen mit dem Lastwagen, dem Frachtschiff oder gar mit dem Flugzeug. Wo sie hinkommen, zerstören sie Häuser, übertragen Krankheiten, überwuchern Felder, Wiesen und Wälder und verändern ganze Ökosysteme. Invasive Arten sind auf dem Vormarsch und zählen inzwischen zu einem der grössten Umweltprobleme unserer Zeit.


Dass Tiere und Pflanzen mit Hilfe des Menschen Kontinente, Wüsten und Ozeane überwinden ist an sich nichts neues. Das gibt es, seit sich vor zweitausend Jahren der Handel entlang der Seidenstrasse etabliert hat. Neu ist die Geschwindigkeit, mit der die Arten von einer Weltgegend in die nächste gelangen.


Die Zahl der so genannten exotischen oder der nicht-heimischen Arten stieg über die Jahrhunderte exponentiell an, wie Hanno Seebens, Umweltwissenschaftler am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt berechnete. Waren es im Jahr 500 nach Christus weltweit gerade mal 30 Arten, zählte man im Jahr 2000 bereits über 17 000 Arten, die ihre angestammte Heimat verlassen haben und sich irgendwo auf der Welt niederliessen. Und der Trend geht weiter
«Die Zahl der exotischen Arten wächst kontinuierlich als eine Folge der Globalisierung. Aufgrund der immer intensiveren Vernetzung nahezu aller Regionen der Welt durch Handel und Tourismus werden auch immer mehr Arten in fremde Länder gelangen. Da ein Ende der Globalisierung nicht in Sicht ist, ist auch ein Ende der Zunahme der exotischen Arten nicht zu sehen», sagt Seebens.
Zum Glück gliedern sich die meisten dieser Neuankömmlinge in die bestehenden Ökosysteme ein, ohne Schaden anzurichten. Doch manche von ihnen verursachen grosse Probleme. Sie breiten sich auf Kosten der heimischen Arten aus und werden damit «invasiv», so wie beispielsweise der Asiatische Marienkäfer. Er macht heute zwischen 60 bis 80 Prozent der Marienkäferpopulation der Schweiz aus.


Der grösste Treiber hinter der Ausbreitung von exotischen Arten ist der Handel. «Die meisten gelangen mit Containerschiffen in fremde Länder. Daneben werden viele Pflanzen über den Gartenbau eingeschleppt oder sie machen erst den Umweg über botanische Gärten, Parkanlagen oder Privatgärten und schaffen von dort den Sprung in Wiesen und Wälder», sagt Seebens. «An den Pflanzen und in deren Erde reisen beispielsweise Insekten mit. Anderen Spezies wie Amphibien oder Reptilien gelingt die Flucht aus der Haustierhaltung.»


Besonders betroffen sind Regionen, die schon lange in die globalen Handelsströme eingebunden sind wie Grossbritannien und deren ehemalige Kolonialgebiete USA, Australien oder Südafrika. Ebenso sind Inseln wie Hawaii oder Galapagos zu wahren Umschlagplätzen von invasiven Arten geworden. «Auf Inseln gibt es viele Pflanzen oder Tiere, die den europäischen Einwanderern wie Katzen, Ratten oder Ziegen wenig entgegenzusetzen haben», sagt Seebens.


In der Schweiz werden von den Kantonen allein für die Bekämpfung von invasiven Pflanzen gemäss einer Schätzung von Pro Natura rund 20 Millionen Franken ausgegeben. Dabei nicht miteinberechnet sind Gesundheitskosten, die beispielsweise durch die allergenen Pollen der eingeschleppten Pflanzenart Ambrosia verursacht werden. Umfassendere Berechnungen aus den USA ergaben, dass dort invasive Arten 120 Milliarden Franken pro Jahr an Kosten generieren.

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Den Mooren geht es schlecht

Die Hoch- und Flachmoore der Schweiz stehen seit 30 Jahren unter Schutz. Trotzdem trocknen sie aus, werden überdüngt und von Sträuchern und Bäumen überwuchert. Der Grund: es fehlt Geld für ihren Unterhalt.

Moorlandschaft bei Rothenthurm: Hier wurde 1987 Schweizer Umweltgeschichte geschrieben.
Moorlandschaft bei Rothenthurm: Hier wurde 1987 Schweizer Umweltgeschichte geschrieben.

Vor fast genau dreissig Jahren ereignete sich eine Sternstunde im Schweizer Umweltschutz. Am 6. Dezember 1987 nahm die Bevölkerung die so genannte «Rothenthurm-Initiative» an. Mit ihr verankerte das Volk entgegen dem Willen des Bundesrates den Schutz unserer Hoch- und Flachmoore in der Bundesverfassung (siehe Box). «Wenn wir das nicht gemacht hätten, dann wäre ein grosser Teil von ihnen verschwunden», sagt Werner Müller, Geschäftsführer des Naturschutzverbandes BirdLife Schweiz. Doch hier endet auch schon die Lobrede auf den grünsten aller Verfassungsartikel. Denn seither hat sich der Zustand der meisten Moore verschlechtert. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

 

Eigentlich ist die Schweiz das perfekte Land für die Bildung von Mooren. Als erstes braucht es einen zuverlässigen Nachschub an Wasser. Dank den Alpen, an denen sich immer wieder die Wolken stauen und dadurch abregen, ist dieser gesichert. Die zweite Zutat ist ein wasserundurchlässiger Boden. Hier haben die Gletscher aus der Eiszeit ganze Arbeit geleistet. Denn zwei Meter unter der Erde folgt eine Geröllschicht, die von den Tonnagen an Eis zu einer Art Naturbeton zusammengebacken wurde. Dieser verhindert oder verlangsamt zumindest die Versickerung des Regenwassers. Wenn es nicht nach unten kann, bleibt es eben oben und das Moor ist geboren.   

 

Noch vor 200 Jahren war die Schweiz der reinste Sumpf. Doch seither hat der Mensch Flussläufe korrigiert, Drainagen verlegt und Entwässerungsgräben gezogen. In der Folge wurden 90 Prozent der einstigen Moore trockengelegt und meist zu Ackerland umgewandelt.

 

Der verbleibende Rest von 1 524 Hektaren Hochmooren und 19 152 Hektaren Flachmooren sollten vom Bund und den Kantonen seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative in ihren ursprünglichen Zustand bewahrt oder in ihn zurückgeführt werden. Das bedeutet jedoch viel Arbeit und damit viel Geld.

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Zurück in den Kreislauf

In der Schweiz boomt das Plastik-Recycling. Lange war es umstritten, doch nun zeigt eine Studie, dass es ökologisch sinnvoll ist, aus alten Tragtaschen und Milchflaschen wieder neue Plastikprodukte zu machen.

Das war mal Plastik-Müll: Kunststoff-Pellets sind ein weltweit begehrter Rohstoff.
Das war mal Plastik-Müll: Kunststoff-Pellets sind ein weltweit begehrter Rohstoff.
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So war Tyrannosaurus rex wirklich

Er besass die grössten Raubzähne aller Zeiten und das stärkste Gebiss aller Dinosaurier. Zu Fuss war er nicht der Schnellste, doch dafür war er so intelligent wie ein Hund. Portrait eines tierischen Superstars.

Der Name Tyrannosaurus rex hallt wie ein Donner durch die Kinosäle, Kinderzimmer und Labors dieser Welt. Kein anderer Dinosaurier hat sowohl auf der Filmleinwand als auch im Museum eine so glänzende Karriere hingelegt. Bis heute beflügelt er die Fantasie von Sechsjährigen und den Forschungseifer der Wissenschaftler gleichermassen. Letztere versuchen seit über hundert Jahren die grosse Frage zu beantworten: Wer war der Kerl eigentlich?


Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. T. rex war ein Fleischfresser. Darüber gibt es keine Zweifel. Der Paläontologe Stephen Brusatte von der Universität von Edinburgh sagt: «Er hat Fleisch gefressen und zwar sehr viel davon. Möglicherweise mehrere Hundert Kilo pro Tag.»


Ein Blick ins Maul von T. rex offenbart uns rund sechzig spitze Zähne. Auf deren Vorder- und Rückseite gibt es eine Sägekante, mit der sich auch das zähste Sauriersteak wie Butter zerteilen liess. Es sind die mächtigsten Zähne, welche jemals ein Raubtier besessen hat. Die grössten von ihnen haben das Ausmass einer Banane.


Aber wozu brauchte er ein so massives Gebiss? Nur um ein paar saftige Rippchen aus der Seite eines Stegosaurus zu reissen? Die Antwort auf diese Fragen liefert das, was um die Zähne herum ist: der Kopf. Dieser war 1,5 Meter lang und war so schwer wie eine kleine Kuh. Er bestand vorwiegend aus Knochen und Muskeln.

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