Wissenschaftsjournalist

Als freischaffender Wissenschaftsjournalist schreibe ich für higgs.ch, die NZZ am Sonntag, Tages-Anzeiger, Süddeutsche Zeitung, WIRED, natur, Vivai, ecolife, oliv, Horizonte. Zu meinen Hauptthemen gehören Ökologie, Artenvielfalt, Klima, Ernährung und Landwirtschaft. Wie dieses Beispiel zeigt, bin ich dabei nicht nur auf den Wissens-Seiten sichtbar, sondern schaffe es ab und zu auch auf die Front.


Reaktionen meiner Leser

«Ich schätze diesen Text sehr - Inhalt, Aufbau, Erzählstil: wunderbar! Mein Kompliment.»

zu Unordnung ist Leben

«Lieber Herr Bieri, Ihr Artikel in der heutigen NZZ am Sonntag (Fett) war toll! Super geschrieben. Freu mich schon auf das nächste Stück unterhaltsame Wissenschaft.»

zu Fett und nützlich

«Sehr interessanter und unterhaltsamer Beitrag. Danke!»

zu Wieviel Welt darf es sein?


Neuste Artikel

Schweizer Brutvögel im Sturzflug

Im Kulturland sind die Bestände der Brutvögel um mehr als die Hälfte eingebrochen. Der Klimawandel und die Landwirtschaft zerstören ihre Nahrungsgrundlage.

Das Braunkehlchen war einst weit verbreitet. Heute steht es am Rande des Aussterbens.
Das Braunkehlchen war einst weit verbreitet. Heute steht es am Rande des Aussterbens.

Amsel, Drossel, Fink und Star sind uns Schweizern heilig. Das zeigt sich bei deren Erforschung. Alle zwanzig Jahre rückt ein Heer von Tausenden von freiwilligen Helfern aus und verteilt sich über das Land. Das etwas verrückt anmutende Ziel ist die Zählung der hiesigen Brutvögel. Die Mission dauert vier Jahre, die Auswertung der Daten zwei. Diesen Monat erscheinen nun die jüngsten Resultate in Form des neuen Schweizer Brutvogelatlasses. Das Werk ist über sechshundert Seiten dick und enthält die aktuellen Verbreitungskarten von Alpenschneehuhn bis Zwergschnäpper.

 

Schon zum vierten Mal hat die Wissenschaft zusammen mit der Öffentlichkeit diese Herkulesaufgabe auf sich genommen (siehe Box). Inzwischen decken die Daten über ein halbes Jahrhundert ab. Doch statt den guten Zustand unserer gefiederten Freunde zu zelebrieren, dokumentieren die Zahlen vor allem eines: deren schleichenden Niedergang. Die grosse Problemzone ist das Kulturland. Dort sind die Bestände über die Hälfte eingebrochen. 

 

Mitverantwortlich dafür ist zum einen die Klimaveränderung. Die steigenden Frühjahrstemperaturen bringen Zugvögel wie Trauerschnäpper, Dorngrasmücke oder Neuntöter aus dem Konzept. «Normalerweise schaffen sie es, im Frühjahr den Peak an Insektennahrung bei uns zu nutzen. Doch jetzt ist der Peak immer früher», erklärt Peter Knaus, Ornithologe an der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach und Leiter der Volkszählung unserer Brutvögel.

 

Das heisst, sie treffen zu spät zum grossen Festessen ein und bringen in der Folge ihren Nachwuchs nicht satt. «Entweder gibt es dann weniger Junge oder gar keine», sagt Knaus. Dass sich die Zugvögel an die wärmeren Temperaturen anpassen und früher los fliegen, ist unwahrscheinlich, denn ihre Abreise in Afrika wird vom dortigen Sonnenstand ausgelöst und nicht vom Klima in der fernen Schweiz. «Sie können ihre Ankunft kaum vorverschieben, auch wenn es bei uns schon Insekten gibt», sagt Knaus.

 

Die zweite Ursache für den Sinkflug der Vögel ist die Landwirtschaft. Genau wie der Klimawandel raubt sie ihnen ihre Nahrungsgrundlage. Vierzig Prozent der Brutvögel ernähren sich fast ausschliesslich von Insekten. Für die Aufzucht der Jungen sind sogar zwei Drittel der Arten auf Insekten angewiesen. «Es ist die Protein-Super-Nahrung für den Aufbau ihres ganzen Körpers», sagt er. Bis ein Vogel flügge wird, frisst er nichts anderes. 

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Die Filme werden vom Team von Beat Glogger produziert mit der Unterstützung von der Gebert Rüf Stiftung.